Ein Wirbelsturm in der Parteien Land?

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Ein Wirbelsturm in der Parteien Land?

Mitnichten,
oder auch
mit Neffen –

könnt’ man dichten.

Es ist eher ein zerrissen’ Band
oder mißlungen’ Kapriole –
beim Versuch das Tuch zu reffen
stolpert manch’ Politologe …

und geht mit Schmackes über Bord –

wird durch das Speigatt weggespült,
ist somit einfach hin und fort,
und von der nächsten Meereswoge
wird er bald schon unterkühlt.

Man sollt’ nicht meinen das wär’ gut –
das wäre doch das rechte Futter
für Haie und der Fische Brut,
und damit wär’ es doch in Butter.

Nix ist damit – und auch kein Segen.
Das Meer wird damit nur verseucht
wenn sie sich über’s Plankton legen
wird noch der letzte Wal verscheucht …

©ee

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Zahlenspiele .

 

Zahlenspiele.

 

 

Den Jadestädtischen ersten Bürger hüllen wiedereinmal nicht gar so schöne Düfte aus der kommunalen Gerüchteküche ein.

Diesmal ist es das noch leise Geflüster um Nebentätigkeiten des Oberbürgermeisters und der Verpflichtung diese dem Rat als seinem Dienstherrn offenzulegen. Apropos Dienstherr, die „Dienstherrschaft“ eines jeden Stadtbediensteten sind letztendlich doch wohl die Bürger als Einwohner der Kommune deren Interessen jeweils für die Dauer einer Wahlperiode von den Mitgliedern des Rates vertreten werden. Oftmals entsteht aber Eindruck, als sei der Rat eine Art von geheimem Bund der sich um eine Gottheit schart wie die Hühner eines Hofes um den Gockel in ihrer Mitte.

Auf die berechtigten Fragen wißbegieriger Bürger (denen man an disponierter Stelle nicht mehr ausweichen kann) purzeln nun wie die Würfel aus einem Knobelbecher bei einem Brettspiel eine Anzahl von Ziffern zu Zahlen aneinandergereiht auf den Spieltisch.

Was da nun teils offiziös, teils unter der Hand durch den Högerbau bzw. die Gazetten der Region kursiert verlockt den nüchternen Betrachter doch förmlich zu ernsthaften Zahlenspielereien.

1 000 (in Worten: Eintausend) Stunden ausgeübte Nebentätigkeit seien es im letzten Jahr gewesen hat der OB dem Rat wie verlautbart in nicht öffentlicher Sitzung verraten.

Ausgehend von einer 40 Stundenwoche, so wie es in Niedersachsen für beamtete Bürgermeister gesetzlich festgeschrieben ist, wären es exakt 125 Arbeitstage a’ 8 Stunden oder 25 Arbeitswochen zuzüglich 31 Tage oder 6 1/2 Wochen gesetzlich gesicherten Urlaubs. Das macht Summasummarum 31 1/2 Wochen fern der Verwaltungszentrale des Konzerns Stadtverwaltung. Blieben also von 52 Jahreswochen nur 20 und eine halbe Woche für den originären Dienst im Rathaus für den er ja eigentlich von seiner ‘Dienstherrschaft“ via Rat in Diensten genommen wurde.

Bei einem solchen Mißverhalten flöge in der freien Wirtschaft durch die Bank jeder Arbeitnehmer – ob nun mit oder ohne Tarifvertrag in Diensten – in hohem Bogen aus dem Dienstverhältnis.

Ich denke da sollte doch einmal von der Dienstherrschaft drüber nachgedacht werden.

Dieses Nachdenken dürfte dann auch in der Frage nach der Menge des Geldes, welches da von einer Börse in die andere wandert, münden. Denn über die Summe der Moneten, die da hin und herbewegt wurden, hat der Sänger – pardon der erste Bürger, wie gemunkelt wird, in des Rates Sitzung (noch) geschwiegen.© ee 

 

ewaldeden2018-01-03

 

Eden meent ….

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Eden meent ….

Das, was ich da Vorgestern im Radio hörte, das ließ mir das Blut in den Adern zu Eis erstarren. Da läßt der Kriegsminister von seinen Schreibstubenhengsten doch glatt an die junge Frau – die Seekadettin – die aus der Takelage der Gorch Fock heraus zu Tode stürzte, ein amtliches Schreiben schicken – obwohl die Deern schon seit Wochen in Formaldehyd eingelegt war. Als ich das mit dem ‚in Formaldehyd eingelegt’ zu wissen bekommen habe, dachte ich so spontan an Hering in Sauer. Davon ist mein Blut aber nicht zu Eis gefroren – DAS war etwas anderes.

Als ich hörte, dass die Militärs noch einen Brief, an die tote Soldatin gerichtet, an die Heimatadresse zustellen ließen, da schossen mir schlagartig die Rechnungen über Kosten ihrer Hinrichtung in den Sinn, welche die Toten, die im tausendjährigen Reich von den Nazischergen umgebracht wurden, noch nachträglich nach Hause geschickt bekamen.

Ist es schon wieder soweit in Deutschland – oder sind unsere Militärs und Politiker bloß so dösig in Kopf und Herz?© ee

 

 

ewaldeden.

Zwischen den Jahren ….

 

Zwischen den Jahren ….

 

Es herrscht Ruhe im Lande, an diesem 26. Dezember als dem 2ten Weihnachtsfeiertag. Mit dem Ausdruck ‘gespenstische Stille’ möchte ich dieses Schweigen nicht belegen. Ich empfinde es eher als wohltuend nach dem Krakeele und Werbegetue in den vorweihnachtlichen Wochen. Besonders in der Adventszeit meinte jeder nur irgendwie an Kommerz interessierte den anderen überbieten zu können, zu müssen.

Der Wildwuchs der weihnachtlichen Dekorationen in den Geschäften und auf Strassen und Plätzen geht ja, zumeist zumindest, einigermaßen „ohrenschonend“ über die Bühnen.

Ohrenbetäubend ist dagegen oftmals das Gedudel von entfremdeten Weihnachtsliedern aller Coleur an Marktständen, in Warenpalästen und auf allen Radio- und Fernsehkanälen.

Kommerz, Kommerz, Kommerz.

Übertroffen wurde aber alles das auch in diesem Jahr wieder von unzähligen Spendenaufrufen gestandener Profianimateure der gedruckten bzw. der digitalisierten Medienwelt.

Angeführt wurde dieses Heer der Spendenlockermacher, wie stets in der jüngeren Vergangenheit, von führenden politischen Amtsträgern und Funktionären.

An der Spitze der Einpeitscher-Brigaden stets die gegenwärtigen Hausherren in Bellevue..

Um jetzt etwaigem Mißverstehen zuvorzukommen – ich bin kein „Spendenverteufeler“ – ich bin nur ein absoluter Ablehner der bundesdeutschen „Spenden-Einwerbe-Industrie“ und gegen deren besthonorierte Akteure mit ihren Millioneneinkünften.

All diesen Not und Elend Verkündigern aus dem Showgeschäft, aus dem Handel und der Finanzindustrie, aus der Politik auf allen Ebenen und aus anderern Wirtschaftszweigen, die unermüdlich den „kleinen Leuten“ hier im Lande – die in ihrer Vielheit aus eigenem Erleben wissen, was Armut, was Verzicht und Ausgrenzung im Alltag und im Leben bedeuten, und die deswegen durchaus zum Teilen mit anderen bereit sind, all diesen hätte ich einen Vorschlag zu machen.

Geben sie einen angemessenen Teil ihres Überflusses ab. Mit der Hälfte des Geldes, welches regelmäßig auf ihre Konten fließt, wären sie immer noch hervorragend bedient. Mit der anderen Hälfte könnten ungeheure Nöte in unserem Lande, oftmals in ihrer direkten Nachbarschaft, abgemildert oder in vielen Fällen gar beseitigt werden.

Mit den Riesensummen von staatsverschluderten Geldern – zum Beispiel auf dem Gebiet der militärischen Rüstung oder auch der unsinnigen, jedes für sich Milliarden €uro verschlingenden und überflüssigen Protzbauvorhaben in unserem Lande – könnten weltweit viele Ursachen des Hungers , der Not und des Elends „aus der Welt“ geschafft werden.

Es gibt so unendlich viele „Geldverschlinger“ in unserem Lande, so dass es schier unmöglich erscheint, diese alle aufzuführen.

 

Eines möchte ich ihnen, meine Damen und Herren Polit-, Partei-, Gewerkschafts- und Wirtschaftsprominenz aber noch mit auf den Weg in das neue Jahr geben.

Politiker und Funktionäre als Amtsträger könnten durchaus passabel mit kleinen und bescheideneren fahrbaren Untersätzen von A nach B gelangen, um die ihnen auferlegten Aufgaben zur Zufriedenheit aller zu erfüllen. Eine solche Bescheidung würde übrigens ihnen nicht nur gut zu Gesichte stehen, sondern auch unserer Umwelt ausgesprochen gut tun.© ee

 

 

Mitnichten…

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Mitnichten…

Ein Wirbelsturm in der Parteien Land?

Mitnichten,
oder auch mit Neffen –
könnt’ man dichten.

Es ist eher ein zerrissen’ Band
oder mißlungen’ Kapriole –
beim Versuch das Tuch zu reffen
stolpert manch’ Politologe …

Geht dann mit Schmackes über Bord –

wird durch das Speigatt weggespült,
ist somit einfach hin und fort
und von der nächsten Meereswoge
wird er bald schon unterkühlt.

Man sollt’ nicht meinen das wär’ gut –
das wäre doch das rechte Futter
für Haie und der Fische Brut,
und damit wär’ es doch in Butter.

Nix ist damit – und auch kein Segen.
Das Meer wird damit nur verseucht,
wenn sie sich über’s Plankton legen
wird noch der letzte Wal verscheucht …

© ee

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Gerster, ach nee ….

Florian G.

 Der „Aspirant“ F.G.

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Florian Gerster …

 

als Mit-Amme des Ungeheuers ‘Würgeschlange Hartz IV’ vielen Menschen im Lande noch in schlechter Erinnerung. Florian Gerster als Kumpan des Sozialzerstörerkartells Schröder, Hartz und Berger. Der Florian Gerster, der während seiner kurzen Amtszeit im Dom des Nürnberger Arbeitslosen-Vatikan seinen Thronsaal für unglaubliche Summen Geldes renovieren ließ (der Limburger Protzbischof Tebartz van Elst läßt grüßen). Florin Gerster, der den präsidialen Charakter der Nürnberger Bundesanstalt in eine Art von „Handelsagentur“ mit Vorstand und Aufsichtsgremium (deren ‘Bezüge er zuvor natürlich vervielfältigen ließ) umwandelte. Florian Gerster, der OHNE Ausschreibung die nun ‘Agentur’ zu einem Dorado der Selbstbedienung für externe sog. ‘Berater-Unternehmer’ machte, denen er freihändig immense Millionenbeträge in deren bereitwillig geöffneten Rachen schob. Was ja letztendlich dann auch zu seiner Demission führte. Dieser Florian Gerster erdreistet sich doch tatsächlich in der öffentlichrechtlichen Flimmerkiste im Programm der ARD der Aussage seines obskuren Bruders im Geiste, dem Pseudo-Journallier Roland Tichy, beizupflichten, als der mit einem Satz die Verantwortung für die Sklavenhalterischen Lohn- und Arbeitsbedingungen in (für die Investoren Dukatenesel) den neuen Brief- und Zustelldiensten sowie der Paket- und Expresslogistik den Menschen, die sich für einen noch nicht einmal Hungerlohn Tag für Tag die Hacken abrennen (und das auch noch als scheinselbständige ‘Subunternehmer’) mit der Behauptung:

(Zitat) „Viele Menschen sind bereit, sich ausbeuten zu lassen. Die arbeiten freiwillig, die werden nicht in Ketten vorgeführt“

die Schuld an der Misere zuschiebt.

Wie oft und wie tief darf ein bundesdeutscher Politiker, der in vielzähligen Ämtern und Positionen schon für fürstliches Salär „gewütet“ hat, hart für einen Sklavenlohn arbeitende Menschen beleidigen und damit ihrer Würde berauben, bevor es den Erniedrigten einfällt aufzustehen, um Menschen vom Schlage eines Florian Gerster endlich in die Wüste zu schicken?©ee

 

ewaldeden2017-12-14

 

Gefühleschlot

Gefühleschlot

Ein kaltes Herz macht frierend’ Seele,
ist wie verrußt’ Gefühleschlot –
spuckt Gift und Galle aus der Kehle,
schlägt sich am Ende selber tot.

Hat Freude an dem Leid der ander’n,
mag Sonne nicht am Himmel sehn –
liebt es durch den Sumpf zu wandern,
mag gern an Hölles Abgrund stehn.

Gibt sich oft nach aussen bieder,
salbadert meist Bedenken weg –
macht Konkurrenz durch Dolchstoß nieder,
kennt immer nur den eigen’ Zweck.

Sieht immer nur die eig’nen Pfründe,
schmiert, wo der Vorteil stockend läuft –
das eig’ne Tun ist niemals Sünde,
selbst wenn’s in fremdem Blut ersäuft.

An Staates Spitzen find’t man sie,
als Teufels wahre Spießgesellen –
waten in Lügen bis zum Knie,
indem sie jede Wahrheit prellen.

© ee

Ein „Dolchstoß“ – doch keine Legende – Glyphosat und mehr….

 

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Ein „Dolchstoß“ – doch keine Legende – Glyphosat und mehr.

 

 

Nach dem letzten „Brüsseler Dolchstoß“ des CSU Landwirtschaftsministers in den Rücken des „Noch-Groko-Partners“ in einer nur noch teillegitimierten Bundesregierung frage ich mich allen Ernstes, ob die SPD Führungsriege aus geistiger Beschränktheit oder aus Machtbesessenheit oder aus einer Mischung von beidem heraus handelt, wenn der Kader um den Würselener Buchhändler herum sich nicht scheut und schämt und öffentlich und intensiv mit dem Vorhaben kokettiert, mit den Vertretern von CDU/CSU erneut in die Kiste zu hüpfen?

Was bitte soll aus dieser Beziehung heraus denn entstehen? Was glauben die Partner in dieser dann Dreier-Beziehung denn zeugen zu können, wo sie doch alle drei bei der Wahl am 24. September vom Wähler sterilisiert bzw. kastriert worden sind?

Der wohl einzige „Job“ für den sie jetzt noch geeignet wären, wäre mit Glück eine Anstellung als Haremswächter bei den menschenfreundlichen Waffenkäufern des vorderen und hinteren Orients. Man kennt sich doch eh bestens in diesen Kreisen aus.© ee 

 

ewaldeden2017-11-28

Das Wort zum Sonntag …

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Das Wort zum Sonntag …

… es steht geschrieben:

Wenn ich irgendwo lese: „Das Wort zum Sonntag“, erhoffe ich mir meist aus berufenem geistlichem Munde wegweisende Gedanken in der Dunkelheit des täglichen Alltags zu vernehmen. Nachdem ich das Wort zum Sonntag in einer hiesigen Tageszeitung gelesen habe, kann ich nur verzweifelt fragen:
„Oh Gott – warum hast Du meine Erwartungen so irregeleitet?“

Steht da doch auf feinstem Zeitungspapier fein säuberlich die Erkenntnis eines Gottesdieners gedruckt. Jetzt weiß ich – wissen wir alle die es gelesen haben, der Neid ist es, der die Welt in uns zur Hölle macht!
Nicht die Sorge um das Dach über dem Kopf – nicht die Angst um die hoffnungslose Zukunft der Kinder, wenn Papas Arbeitgeber plötzlich Ali II heißt. Was zählt schon das bedrückende Wissen der Betroffenen, auf Dauer unter der Armutsgrenze leben zu müssen.
Solche Aussagen aus den Mündern profitierender seelenloser Politfunktionäre und gnadenlos machtheischender Kapitalsachwalter zu hören sind wir gewohnt –

Stacheldraht macht sich aber in meiner Seele breit, wenn ein Diener Gottes sich dieses Denken zu eigen macht.
Stacheldraht macht sich nicht nur in meiner Seele breit – wenn ich dann auch noch erfahre, dass dieser Gottesmann sein und das seiner lieben Brot aus mehreren sicheren Quellen schöpft.
Stacheldraht macht sich in meinem Kopfe breit, wenn dieser Gottesmann wortgewaltig darüber Klage führt, daß Meinungsmacher als „Anwälte“ des kleinen Mannes die „Neidgeplagten“ – die ihre Not selber oftmals noch gar nicht bemerkt haben – mit spitzer Feder dazu auffordern, sich zu wehren.
Sehr bezeichnend finde ich auch die pastorale Bemerkung: „… daß die da oben an unser Geld wollen!“

Mein Gott Herr Pastor – wer hat ihnen die christlichen Weihen erteilt – oder war es nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die sie in ihr Amt getragen hat.
Meine alte weise Tante Adele plagt nun die Sorge, ob der Verfasser dieses „Wortes zum Sonntag“ von allen guten Geistern verlassen sei.
Einen Vers Erich Kästners kramte sie noch aus ihrer Schatulle hervor.

„Da hilft kein Zorn – da hilft kein Spott – da hilft kein fluchen und kein beten – die Nachricht stimmt –

 

der liebe Gott ist aus der Kirche ausgetreten.©ee

Als in Sande die Zeit ihrer Zeit vorauseilte …

 

 

Als in Sande die Zeit ihrer Zeit vorauseilte …

nach Notizen des Theodor Günter Thomsen von Ewald Eden erzählt

 

Was bringt menschlichen Geit immer und zu allen Zeiten dazu,seiner Zeit vorauszueilen, sozusagen durch ein Fenster in ihrer Gegenwart ein Stückweit in die Zukunft vorauszueilen?

Einzelnen großen Geistern der Menschheit ist ein solches Tun noffenbar häufiger beschieden als Gruppen von Menschen, wie es eben in diesem Falle im oldenburgischen Sande geschehen, als dank eines verlorenen Krieges das von Oben verordnete „Einheitsdenken“ ein Ende gefunden hatte.

Das kleine Gemeinwesen entlang des Ems-Jade-Kanals, der „Kuhrinne da irgendwo in Ostfriesland“ als die Kaiser Wilhelm nach der Fertigstellung die Binnenwasserstrasse zwischen seinem an der Jade gelegenen Kriegshafen Wilhelmshaven und der ostfriesischen Handesmetropole Emden am Unterlauf der Ems gelegen einmal bezeichnete.

Das Dörfchen Sande hatte durch ein Dektret der Besatzungsmacht gerade seine Eigenständigkeit auf der untersten Ebene der kommunalen Selbstverwaltung zurückerlangt, als eine Handvoll honoriger Frauen und Männer – die von ihrer ihrer Entwicklung her (fast) ausnahmslos dem gehobenen Bildungsbürgertum zuzurechnen waren – dem Gedanken an eine „Volkshochschule“ als Wissensschmiede für die Masse der Bürger Gestalt verlieh.

Der Beweggrund dieses Sprunges in die Zukunft kann doch nur der gewesen sein, den Menschen künftiger Generationen eine freiere und breitere Basis an Wissen zu vermitteln, um einer solchen Staatsform wie der gerade beendeten, künftig keine Chance mehr zu geben.

Der kleine Ort Sande war im Begriff sich in einer unklaren Zeit auf unbekanntes Terrain bzw. auf dünnes Eis zu begeben.

Allen voran als unermüdlicher Motor und Mentor der Sanderbuscher kriegsversehrte Elektroingenieur und Gewerbelehrer Huogo Schäfer, der im Zuge der Gründungsversammlung der „Volkshochschule Sande“ am 09. Oktober 1948 von den 34 auf der Gründungsversammlung anwesenden Sander Bürgern zu deren Geschäftsführer gewählt wurde.

Ob sich die damals dort Versammelten allesamt über die Tragweite und die Auswirkungen auf das anlaufende und künftige Tagesgeschäft der neu erwachenden Politik bewußt waren, das darf im Nachhinein mit Fug und Recht bezweifelt werden. zumal die in doppeltem Sinne Rand- oder Puffergemeinde auf Grund ihrer Lage zwischen dem „Machtbereich“ der ostfiesischen Bezirksregierung in Aurich und dem (wenn auch sachlich reichlich lädiertem) Sagensgebiet der preußischen Kriegsdomäne Wilhelmshaven.

Fußend auf den Erinnerungen an die von Schirachschen Großkommunepläne bezüglich der Einbeziehung in die Jadestadt und der kriegshafengerechten Gestaltung durch das „Groß-Hamburg-Gesetz“ aus dem Jahre 1934 der Großgemeinde Östringen zugehörenden Gemarkung Sande, wonach nach der Umsetzung der baulich bereits in Angriff genommenen Visionen das Areal um das monumentale Sander Bahnhofsgebäude eine Güterverkehrs- und Eisenbahndrehscheibe gigantischen Ausmaßes sein sollte.

Reste dieser „Anläufe“ sind innerhalb der Grenzen der Gemeinde noch heute auszumachen. Die „“Werftarbeitersiedlung“ Cäciliengroden, der Ortsteil Sandeneufeld, die unvollendeten Träger-Fragmente der geplanten Eisenbahn-Kanalüberquerung gehören ebenso dazu wie das einstige Kriegsmarinelazarett Sanderbusch, das nach Kriegsende in „Oldenburgisches Landeskrankenhaus Sanderbusch“ umbenannt und „zivilisiert“ von der Reichs- an die regionale Provinzregierung in Oldenburg heruntergereicht wurde.

Der Klinikbereich in Sanderbusch war auch so ziemlich die einzige Größe, die in der nun wieder eigenständigen Gemeinde auf relativ sicheren Beinen nstand. Ohne die Bereitschaft der dortigen Ärzteschaft unter ihrem Leiter Prof. Dr. Albers und dem ihm untergeordneten Kollegen Dr. Buchholz wären wohl alle Bemühungen des umtriebigen Gründungsvaters Hugo Schäfer erfolglos geblieben.

Das darf man – ohne die Verdienste Hugo Schäfers und die der ihn und seine Idee einer Volkshochschule im ländlichen Raum nach Kräften unterstützenden Mitstreiter und Förderer aus wichtigen und maßgeblichen Bereichen der jungen „Altgemeinde“ auch nur um einen Deut zu schmälern – sagen.

Jeder der Mitstreiter war ohne Zweifel auf seinem Wissens- bzw. Tätigkeitsgebiet äußerst beschlagen, wenn nicht sogar eine Koryphäe.

Nur fehlte jedem Einzelnen der Blick oder das fundierte Wissen um das letztendlich Wesentliche – nämlich die Manifestierung auf den Fundamenten eines Trägervereins mit dazugehöriger Satzung.

Das e.V. hätte zu jeder Zeit nach Erfordernis nachgeholt werden können.

An dieser juristische „Kleinigkeit“ oder besser „Unzulänglichkeit“ der „Nichtförderbarkeit“ scheiterte mittelfristig 6 Jahre nach Gründung der VHS Sande der Fortbestand dieser im ländlichen Raum wohl erstmaligen Einrichtung einer „Volkshochschule“ OHNE zentralen und übergewichtigen Politikereinfluß.

Die mittlerweile sich wieder erholende und etablierende Politikergilde war offenbar nicht geneigt, sich von „Laienspielern“ auf diesem Gebiet die Butter vom Brot nehmen zu lassen und ließ von „Oben“ her ein „Unmöglich“ durchsetzen.

So wurde im Jahre 1954 eine 6 Jahre währende tolle Fahrt des Gefährtes „Volkshochschule“ Sande abrupt beendet.

Allen die mit Herzblut dabeigewesen sind, und sich zu ihrer Zeit selbstlos eingebracht haben – von Theodor Thomsen über den kath. Pfarrer Dr. Tönissen bis hin zu Frau von Fuhlstein als Leiterin der Sanderbuscher Schwesternschaft und unzähligen anderen Aktiven sei im Nachhinein versichert, dass sie sich mit ihrem Wirken um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Auch wenn sie irgendwann im Rennen gegen die Neidhammel aus der Politik auf ihrem stolzen Schiff „Volkshochschule Sande“ die Segel streichen mußten. Es wird nicht vergessen werden.©ee